Der eigene Weg führt einen durch das Leben. Er windet sich mal nach rechts, mal nach links. Manchmal erscheint er besser, manchmal schlechter. Hin und wieder geht es bergauf, dann wieder bergab. Mal kommt man der väterlichen Linie näher, mal der mütterlichen.
Kann man ihn überhaupt verlassen?
Man kann ihn sich schwierig gestalten, zweifelsohne, und dadurch mehr Potenzial zum Wachsen entwickeln. Ist es nicht so? Man kann ihn auch einfach gestalten, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Wachstumspotential wieder vor der Tür steht.
Heute, an Allerheiligen, in der Nacht der Ahnen, haben wir die Möglichkeit, unsere Ahnengalerie genauer anzuschauen. Zwar geht das an jedem Tag, doch heute liegt sie in einem besonderen Licht.
Die alten Ahnen zündeten in dieser Nacht ein Feuer für die Seelen an und bewachten es bis zum Morgengrauen. Damit konnten die Ahnen zum Tanz ausgehen, während die Lebenden das Herdfeuer hüteten.
Wir haben dieses Fest oft im Paradies, unserem rituellen Gelände im Mainzer Raum, gefeiert. Manchmal bei sternenklarer Nacht, manchmal bei strömendem Regen unter Planen. Es war jedes Mal ein eindringliches, besonderes und persönliches Erlebnis.
Zurück zum Weg: Haben wir ihn überhaupt verlassen?
Einfach oder schwierig – wer bestimmt das?
Wenn ich an mir heruntersehe, stehen meine Füße auf dem Weg, den ich gehe, an der Stelle, wo ich stehe.
Geht es überhaupt anders?
Fühle ich es anders, bin ich dann ein „Hans guck in die Luft“ oder eine „Gretel Trübsal“?
Ich liebe meine Ahnen. Denn wenn nur einer fehlte, gäbe es mich nicht hier und jetzt.
Ich liebe meine Ahnen und bin auf dem Weg zu ihnen, wie jeder von uns.
Irgendwann hänge ich in der Ahnengalerie und hoffe, dass ein Nachkomme kommt und sich seines Weges erfreut.
Bis gleich.



