Warum das Warum keine Perspektive hat

Das Warum ist wie ein müder Greis, der sich mit dem Fernglas rückwärts herum an den Abgrund setzt und sich wundert, warum er nichts sieht.
Es sucht immer in der Vergangenheit, versucht dort Zukunft zu finden – und wundert sich später, dass es nur Staub, alte Fußabdrücke und ein paar vergessene Entscheidungen findet, die niemand mehr tragen will.

Das Warum hat keine Perspektive.
Nicht, weil es dumm wäre – sondern weil es schlichtweg auf der falschen Seite steht.
Es hängt wie ein Kleinkind am Zipfel der Geschichte und ruft:
„Wieso? Warum? Wieso nochmal?“
Und während alle anderen längst die ersten Schritte tun, versucht das Warum noch, die Landkarte von gestern zu lesen.
In Blindenschrift.
Mit Boxhandschuhen.

Das Warum kann nicht führen.
Es kann nur verzögern, verwirren, verlangsamen.
Es schaut nie, wohin man könnte – nur, wo man war.
Fürs Leben ist das ungefähr so nützlich wie ein Navi, das statt „Bitte wenden“ sagt:
„Du bist vor drei Minuten falsch abgebogen. Ich bin enttäuscht.“

Perspektive entsteht nun mal nach vorne.
Durch das Wie, das Was jetzt und das Wohin.
Das Warum ist ein Fossil.
Ein guter Geschichtenerzähler, ein schlechter Wegweiser.
Wenn du also Bewegung willst:
Stell das Warum in die Vitrine, danke ihm für seine Dienste –
und tritt hinaus in das helle, frische Jetzt,
wo das Wie schon ungeduldig mit dem Fuß tippt.