… und was das mit wessen Hälfte zu tun hat**
Das Weshalb tut immer so, als sei es eine ehrliche Frage.
In Wirklichkeit schleppt es heimlich einen zweiten Teil mit sich herum:
Wessen Hälfte?
Also: Wem gehört dieses Problem? Wessen Verantwortung ist das eigentlich?
Kaum taucht das Weshalb auf, teilt es die Situation in zwei Hälften –
eine sichtbare und eine ungesagte.
Die sichtbare Hälfte fragt höflich:
„Weshalb ist das passiert?“
Die ungesagte flüstert gleichzeitig:
„…und wer ist schuld?“
Und genau dort verliert jede Lösung ihre Leichtigkeit.
Denn statt klar nach vorne zu schauen, landet man in einer subtilen
Besitzstandsklärung des Problems.
Das Weshalb wird damit zu einer Art innerem Buchprüfer,
der die Ursache in zwei Richtungen verteilt, aber nie nach vorne öffnet.
So wird aus einer einfachen Situation plötzlich ein halbes Drama:
Deine Hälfte des Problems.
Die Hälfte der anderen.
Die Hälfte der Vergangenheit.
Die Hälfte der vermuteten Absicht.
Und manchmal sogar die Hälfte, die gar nichts damit zu tun hat.
Die Lösung selbst?
Steht daneben wie ein ungeduldiger Reiseleiter und fragt sich,
wann endlich alle aufgehört haben, das Gepäck zu wiegen.
Solange das Weshalb versucht,
zu klären, wem das Problem gehört,
kann keine Lösung entstehen.
Denn Lösungen brauchen keine Besitzverhältnisse –
nur Richtung.
Das Wie und das Was jetzt haben keine Hälften.
Sie sind ganz.
Und deshalb führen sie.
Das Weshalb trennt.
Das Wie verbindet.
Und genau dort beginnt die Bewegung.


