Die Parabel vom Mann, der den Montag verbieten wollte

(oder: Wie wir gegen das Unvermeidbare kämpfen – und verlieren, aber mit Stil)

Es war einmal ein Mann, der beschloss, dass er keine Veränderungen mehr wollte.
Keine großen – keine kleinen.
Vor allem keine, die automatisch passieren.

Also stellte er sich vor den Kalender und erklärte:
„Montag wird abgeschafft.“

Der Kalender sagte nichts.
(Er war ein Kalender. Er kannte sein Schicksal.)

Am nächsten Morgen war – natürlich – Montag.

Der Mann war empört.
„Ich habe es doch gesagt! Bleib gefälligst Sonntag!“

Der Montag seufzte und meinte sanft:
„Bruder… ich bin einfach dran.“

Aber der Mann gab nicht auf.
Er beschloss, eine größere Schlacht zu führen:

  • Er verbot den nächsten Sonnenaufgang.
  • Er untersagte Weihnachten.
  • Er stoppte die wilde Jagd präventiv.
  • Er verbannte das nächste Jahr.
  • Er forderte offiziell, NICHT älter zu werden.

Die Welt hörte ihm geduldig zu.
Aber sie machte weiter.

Denn sie wusste etwas, das er vergessen hatte:

Das Unvermeidbare ist nicht gegen dich.
Es ist einfach der nächste Schritt deines Lebens, der höflich sagt:
„Entschuldige, es ist mein Turn.“

Am Ende, nach vielen Kämpfen gegen den Montag, den Januar und das Älterwerden,
setzte sich der Mann erschöpft hin.

Er schaute dem Sonnenaufgang zu, wie er sich unverschämt schön über den Horizont schob –
ohne ihn um Erlaubnis zu bitten.

Und plötzlich lachte er laut.

Nicht, weil es lustig war.
Sondern weil er begriff, wie viel Kraft er verschwendet hatte,
um Dinge aufzuhalten, die nie gegen ihn waren.

„Ich hätte früher lachen können,“ sagte er.
Die Sonne zwinkerte.
Der Montag auch.
Der nächste Geburtstag ebenfalls – aus sicherer Entfernung.

Und von diesem Tag an kämpfte der Mann nicht mehr gegen das Unvermeidbare.
Er tanzte damit.